DB Info- und Unterhaltungs-Portal im ICE
Fakten
Interface Design und Konzeption
Briefing
“Wir brauchen eine Vision – wie kann die Zukunft aussehen?”. So, oder so ähnlich waren die Worte der für die ICEs veranwortlichen Abteilung Zugkonzeption und neue Technologien der DB Fernverkehr AG.
Wie muss ein Unterhaltungssystem im ICE aussehen, dass die Menschen berührt und zugleich informiert, wie muss sich das Interface anfühlen um ein perfektes Markenerlebniss zu schaffen, dass über die übliche Zeitüberbrückungs-Methodik hinausgeht und: welche Technologien müssen dafür verwendet werden?
Wir wollten mehr als ein Unterhaltungsystem schaffen, wie man es bereits aus Flugzeugen kennt. Wir wollten, dass die Benutzer etwas mitnehmen, wenn die Reise zu Ende geht. Wir wollten, dass sie sagen “Es war schön!”.
Analyse und Bestandsaufnahme
In der Anfangsphase beschäftigte sich qu-int vorwiegend mit der Analyse existierender Systeme und versuchte herauszufinden welche Muster sich in Bedienung, Design und Funktionalität wiederfinden. Das war ein wichtiger Schritt, denn es musste eine altersmäßig sehr breite Zielgruppe angesprochen werden.
Ein Kind muss dabei so intuitiv mit dem System umgehen können wie der Großvater – für beide ist es leichter auf gelernte Handlungsmuster zurückzugreifen.
Der rote Faden für die Umsetzung
Zuerst wurde abgeleitet aus dem limbischen System und dem Markensteuerrad ein Leitsatz formuliert, sowie die zu belegenden Emotionsfelder und der Positionie-rungskern des Portals definiert.
Dabei sind wir davon ausgegangen, dass sich hierfür die belegten Felder auf der „Landkarte der Emotionen“ hauptsächlich im Stimulanzbereich zwischen Abenteuer&Thrill und Fantasie&Genuss befinden.
Dieser "Kompass" vereinfachte die Entwicklung des Systems und es konnte mehr Zeit mit Funktionalität und der Benutzerführung verbracht werden. Unser Ziel bei diesem Projekt: das schaffen eines „emotionalen Mehrwertes“, der wiederum als wichtigstes Element fungiert, um ein positives Erlebnis an das Markenbild der Deutschen Bahn zu knüpfen.
Technologisch kam HTML5 zum Einsatz, da wir sicher gehen wollten, dass wir bei der späteren Portierung auf mobile Endgeräte eine perfekte Basis haben ohne auf die Vorzüge von Multitouch, Interaktivität und Motiondesign verzichten zu müssen. In einem fortlaufend aktualisierten Clickdummy verifizierten wir immer wieder die Benutzerführung und konnten uns darüber auch optimal mit der DB Fernverkehr abstimmen. Umfangreiche Focusgruppen-Tests mit Unterstützung von TNS-Infratest sorgten für sinnvolle Hinweise und Optimierungsvorschläge seitens der Benutzer.
Das Portal befindet sich momentan in der technischen Erprobungsphase in ICE-Testzügen der Deutschen Bahn. Der Einsatz ist für 2012 geplant – das Projekt wurde aber jetzt schon mit dem Annual Multimedia Award 2011 ausgezeichnet.